Wohin geht die Finanzkrise?

Hier und da bereits zum Unwort 2008 gekürt, ist die Finanzkrise in aller Munde. Doch woher kommt sie und wohin geht sie? Marxisten stellen sich diese Frage vor allem hinsichtlich der Menschen, die davon betroffen sind.
Finanzkrise
Um die Entwicklung und Begleiterscheinungen der aktuellen Krise besser nachvollziehen zu können, wurden in Jena von linken Kräften Veranstaltungen durchgeführt. Zunächst kamen Studenten der Friedrich- Schiller- Universität in den Genuss einer Analyse. Kurz entschlossen hatten die Assoziation Marxistischer Studierender (AMS) und die Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) ihre Vorträge zusammengelegt. Als Referent der AMS sprach ein Insider aus der Finanzwirtschaft. Er arbeitet als Kreditanalyst und Risikomanager einer deutschen Investmentbank. Pedram Shahyar war als Mitglied von Attac von der RLS eingeladen worden. Er organisierte unter anderem die Proteste gegen den G8 Gipfel in Deutschland. Tim begann den Abend mit der Klärung einiger Fachbegriffe und der Darstellung der Mechanismen des Bankwesens. Im Vordergrund stand dabei die als Spekulation verschrienen Mechanismen des kapitalistischen Marktes als Weiterentwicklung desselbigen darzustellen. Da jede Kapitalinvestition mit Spekulation verbunden ist, könne man nun nicht auf einzelne Elemente des aktuellen Wirtschaftssystems zeigen und diese kritisieren. Vielmehr sei die gesamte Art der Warenproduktion, die ja bekanntlich auf Profit und nicht auf Bedürfnisbefriedigung aus ist, zu kritisieren. Pedram Shahyar ergänzte diese Erläuterungen durch detaillierte Darstellung der gesellschaftlichen Auswirkungen, wie zum Beispiel den Verlust vieler privater Rentenversicherungen in den USA. Seine Folgerung aus der Situation ist eine andere als die Tims, der eine grundlegende Änderung der Produktionsweise als nötig erachtete. Pedram forderte eine stärkere Regulierung der Märkte, wie einen Finanz- TÜV, Anhebung der Hartz IV- Sätze und ökosozialer Umbau der Industrie. Beide Referenten teilten die Auffassung, dass es nur mit einer Demokratie möglich ist, die heutigen Belange der Menschen zu lösen. Dementsprechend bestärken beide die Beteiligung an außerparlamentarischen Bewegungen, um auch in Deutschland den Grundstein für krisensicheres Wirtschaften zu legen. Wenige Tage später sprach Leo Meyer, stellv. Vorsitzender der DKP und Mitarbeiter des ISW abseits der Uni auf einer Veranstaltung der DKP. Er verdeutlichte in seinen Darlegungen, dass der gigantisch aufgeblähte Finanzmarkt ein Symptom des Kapitalismus ist. Ein Wirtschaftssystem, bei dem die Produzenten nicht die Eigentümer der
geschaffenen Werte sind, bringe nicht nur Finanzkrisen, sondern auch die immer deutlicher hervortretende
Energie-, Lebensmittel- und Demokratiekrise hervor. Die DKP sei angehalten, mit dem Vernetzen außerparlamentarischer Bewegungen und Organisationen Auswege aus diesen Widersprüchen zu suchen.
Christopher





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: