Archiv für Juli 2009

Studierendentreffen der AMS brachte Erfahrungsaustausch und interessante Diskussionen

Die Notwendigkeit für Marxistinnen und Marxisten, sich an den Hochschulen klar zu positionieren und aktiv in Diskussionen und Proteste einzubringen, wurde deutlich. Jetzt geht es um die weitere Vernetzung marxistischer Studierender.

Zehntausende Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende haben beim bundesweiten Bildungsstreik für eine radikale Wende in der Bildungspolitik demonstriert. Das Signal an die Verantwortlichen in Bund und Ländern war deutlich: Es kann nicht angehen, dass Banken und Konzerne Milliardenhilfen vom Staat bekommen und gleichzeitig an der Bildung weiter gespart wird.
Im Zeichen der aktuellen Proteste fand am 20. Juni das Treffen der Assoziation Marxistischer Studierender (AMS) im Rahmen des UZ-Pressefests in Dortmund statt. Eingeladen hatten Aktive aus Thüringen und Brandenburg.
Ein Student stellte anhand eigener Erfahrungen plastisch den neoliberalen Umbau der Hochschulen dar: Verschulung und Überregulierung, das Beschneiden der studentischen Mitbestimmung, weitere Einflussnahme von Wirtschaftsinteressen auf Forschung und Lehre sowie Mangel an Lehrkräften und Räumen bestimmen das Gesicht der meisten Unis und FHs. Der sog. Bologna-Prozess hat schon heute den Hochschul-Alltag nachdrücklich verändert. Darunter haben Studierende und Lehrkräfte gleichermaßen zu leiden. Besonder hart trifft es dabei die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die oft für Hungerlöhne Höchstleistungen vollbringen.
Ein Mitglied der AMS-Hochschulgruppe Jena zeigte die Möglichkeiten des Widerstands gegen diese Verhältnisse auf. Durch regelmäßige und interessant gestaltete marxistische Bildungsveranstaltungen sei es möglich, zur weiteren Politisierung der Studierenden beizutragen und Anpassungsdruck sowie Desinteresse der Studierenden entgegen zu wirken. So könne man Diskussionen anregen und dem immer wieder aufflammenden Protest zu mehr Beständigkeit verhelfen. Darüber hinaus sei es möglich, mittels kontinuierlicher Arbeit auch mit bescheidenen Kräften eine beachtliche Wirkung zu erzielen und sich aktiv in die laufenden Auseinandersetzungen einzubringen. Die Orientierung müsse dabei vor allem auf die studentische Interessenvertretung und auf die Gewerkschaften gerichtet werden.
Dr. Werner Fitzner aus Frankfurt/Oder betonte die Wichtigkeit einer klugen Bündnispolitik. Aufgabe der Marxisten sei es, zur Sammlung aller progressiven Kräfte beizutragen, welche die weitere Politik des Bildungsabbaus und Kaputtsparens stoppen wollen.
In der anschließenden Diskussion wurden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Dabei zeigte sich vor allem, dass trotz teils unterschiedlicher lokaler Besonderheiten die Probleme im Wesentlichen überall ähnlich sind. Deutlich wurde auch, dass wir mehr als bisher an der Vernetzung marxistisch orientierter Studierender arbeiten müssen.
Die AMS versteht sich dabei als Angebot, bisher voneinander isoliert wirkende Aktive und Gruppen zusammen zu bringen. So sollen bereits gemachte Erfahrungen für alle Beteiligten nutzbar gemacht werden. Möglich wären bspw. Referentenlisten zu bestimmten Themen, gemeinsame Positionierungen zu anstehenden Problemen oder das koordinierte Auftreten bei Protestaktionen. Derzeit wird an einer Liste interessierter Gruppen und Einzelpersonen gearbeitet. Ein Mail-Verteiler besteht bereits. Es wurde zudem der Vorschlag gemacht, ein Forum im Internet einzurichten. So kann der Erfahrungsaustausch vertieft und gemeinsam diskutiert werden, wie bei der Vernetzung weiter vorzugehen ist.
Interessierte können sich direkt an die vorläufigen Koordinatoren der AMS wenden, die Mail-Adresse ist marxisten@gmx.de.
www.marxisten.de




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